Crème Dessert

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This article was written on 24 Mai 2010, and is filled under C´est la vie, Leben.

Radikal und intolerant.

Hmm, bin ich das? Die Thematik ist schwer, dass wusste ich schon von Anfang an. Richtig bewusst wurde es mir erst, als ich begann darüber zu diskutieren. Diese netten Attribute aus der Überschrift wurden mir dann aufgedrückt. [natürlich übertrieben!]

[Wer nur Bilder sehen möchte, den muss ich heute enttäuschen!]

Es geht um folgendes:

Ich meinem Bekanntenkreis gibt es eine neue Person. Weiblich und 22 Jahre alt. Entschuldigt, wenn ich das so schwammig ausdrücke. Aber es fasst das wichtigste zusammen. Neugierig wie immer fragte ich sie, was sie denn außer ihrem 400-Euro-Job mache: „Ich werd Hausfrau!“ – „Haha!“ Ja, das war meine Reaktion, ich schmunzelte… Doch weil bei ihr keine Reaktion folgte fragte ich noch einmal nach. Sie hatte mir schonmal ihren dicken Verlobungsklunker unter die Nase gehalten und erzählt, dass sie verlobt ist. Die gleiche Prozedur folgte nochmal. Ich bin gespannt auf den richtigen Verlobungsring. Der fette Klunker ist nämlich nur der Ring der bedeutet, dass sie jemandem versprochen ist. Genug von dem Neid 😉

Sie wird also bald heiraten und ihr Verlobter ist reich. So reich, dass sie nicht arbeiten braucht. Was er im übrigen auch nicht will. Also, dass sie arbeiten geht.

Diese Geschichte hat mich den ganzen Tag beschäftigt. Ich (das ist meine subjektive Meinung!) kann nicht verstehen, wie man mit 22 Jahren beschließen kann für den Rest seines Lebens nichts zu tun. Mit Sicherheit wird sie früh Kinder bekommen, wenn ihre Rolle als Hausfrau schon feststeht. Der springende Punkt ist für mich allerdings, dass sie halt noch keine hat. Und sich auf die Kosten ihres Verlobten ein schönes Leben macht. Hier da Nägel machen lassen, dort die Wimpern auffüllen lassen und so weiter…

Versteht das nicht falsch. Ich frage mich nur, ob das ein Lebenswunsch ist den viele junge Frauen hegen? Für mich war ziemlich früh klar, dass ich eigenständig werden möchte. Ich möchte mein Studium beenden und arbeiten. Ich möchte etwas „eigenes“ einbringen, bevor ich mich in eine Ehe einlassen. Ohne die Idee der Ehe und der ewigen Liebe verschmähen zu wollen, ist es in der heutigen Zeit doch so, dass die Scheidungsrate hoch wie nie ist. Man weiß nie was kommt. Natürlich kann man sich auch vom Unterhalt des Mannes finanzieren lassen. Aber soviel kommt da auch nicht mehr bei rum.

Ich möchte einfach meine eigenen Wünsche verwirklichen, mich selbst verwirklichen. Was macht eine 50jährige Frau, wenn alle Kinder aus dem Haus sind und der Mann bei der Arbeit? Nur mit Schulabschluss kommt sie wahrscheinlich nicht weit. Mal abgesehen davon, dass es in dem Alter sowieso schwierig ist, einen Job zu finden.

Ich habe nur die Ansicht, dass in jedem von uns ein kleiner Antrieb steckt selbst etwas im Leben zu erreichen. Vielleicht ist mein Unverständnis für die Entscheidung dieser jungen Frau auch nur darin begründet, dass es in meiner Familie keine Frauen gab, die nicht Arbeiten gegangen sind. Ich betone noch mal, wenn Kinder da sind und Frau beschließt, zu Hause zu bleiben ist das für mich immer noch eine andere Ausgangssituation.

Versteht ihr wie ich das meine? Und wie ist eure Meinung dazu?

Und natürlich möchte ich auch Kinder kriegen und heiraten. Ich bin bestimmt nicht Karriere geil, sonst wurde ich nicht Sprache studieren 😉 Aber ich möchte in meinem Leben selbst etwas erreicht haben. Der Traum vom reichen Prinzen ist schön, aber für mich in meinem Alter doch noch viiiiiiel zu früh.

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10 Kommentare

  1. Vicky
    24. Mai 2010

    ich sehe das eigentlich ganz genau wie du.. aber man muss bedenken, dass jeder eine andre vorstellung vom leben hat und glück für jeden etwas anderes bedeutet^^

  2. Markus van Hinten
    24. Mai 2010

    Vollkommener Schwachsinn!
    Echte Selbstverwirklichung bedeutet zu machen, was man will…
    …auch sich für ein Leben als Hausfrau zu entscheiden, was übrigens auch ein echter Knochenjob ist. Wird leider nur viel zu selten wertgeschätzt.

    • Lotte
      24. Mai 2010

      Okay, aber es gibt schließlich Frauen die gehen arbeiten UND machen den Haushalt. Und ist eine junge Frau die die Hälfte des Monats bei Kosmetikterminen verbringt das, was Du unter einer Hausfrau verstehst?

  3. joana
    24. Mai 2010

    Ich kann dich schon verstehen und seh das ganze auch sehr ähnlich wie du. ich studire auch um mich dann selbst finanzieren zu können und unabhängiger zu sein und einen erfüllten alltag zu besitzen später mal.. wenn sie aber beide damit glücklich sind und es wirklich nicht nötig haben zu arbeiten ist das ja eigentlich ein riesen luxus…viellicht würd ich an ihrer stelle dann auch erstmal chillen und kinder kriegen 😉

  4. blubberball
    24. Mai 2010

    Welche Lebensplanung ist die Richtige? Und gibt es nur eine richtige?
    Wenn du deinen Plan für richtig hältst, dann muss er für die zukünftige „Ehefrau“ nicht richtig sein. Und wenn der Gutste nicht möchte, das sie arbeitet, weil sie es nicht nötig haben, dann kannst du ihr auch nicht vorhalten, dass sie sich auf seine Kosten ein schönes Leben macht, denn er möchte, das sie zu hause bleibt.
    Und Markus sollte man auch nicht überhören, Hausfrau zu sein bedeutet nicht, bis 14:00 in der Kiste zu liegen^^
    Alles in allem – jeder lebt das Leben, dass er möchte und das ist auch gut so

    • Lotte
      24. Mai 2010

      Okay, klar kann jeder machen was er will.
      Mich würde interessieren ob das für sie Bequemlichkeit ist, also, dass sich das einfach gut mit ihrem Lebensstil trifft oder ob das vor ein paar Jahren auch ihre Vorstellung vom Leben war. Aber das wird man wohl nicht erfahren. Und ich habe nie den Job einer Hausfrau in Frage gestellt.
      Und was denken Gleichaltrige? Mädchen sowie Jungs. Es gibt ja bestimmt auch Männer, die sogar ein Problem damit hätten, wenn ihre Frau arbeiten gehen wollen würde, oder?!

  5. Laurinchen
    24. Mai 2010

    Also ich möchte auch selbst für mein Leben sorgen können. Ich studiere auf Lehramt, weil ich schon immer Lehrerin werden wollte. Wenn der Mann dann auch noch Geld verdient, ist das doch toll. Wenn die junge Frau im beschriebenen Beispiel gerne Hausfrau werden möchte, okay. Aber wie Lotti schon gesagt hat, verstehe ich darunter auch eher Kinder hüten und großziehen, waschen, kochen, putzen, etc. Und nicht, sich die Nägel machen zu lassen, beim Frisör zu sitzen, shoppen zu gehen und ähnliches. Ich kann es zwar nicht verstehen, aber wenn sie meint, ihr Leben so gestalten zu müssen…
    Jeder wie es für richtig hält! Mir wäre das wahrscheinlich aber auch zu langweilig….

  6. AC_double_U
    24. Mai 2010

    Lotte, Lotte, da hast du ja ne Diskussion ins Rollen gebracht. Ich halte auch nichts davon, sich von irgendwem finanzieren zu lassen. Ich würde aber auch nicht Nein sagen, wenn das jemand bei mir machen würde ;-). Allerdings würde ich nicht den halben Tag beim Friseur hocken, sondern mich selbstverwirklichen, was jetzt nicht geht, da ich Geld verdienen muss. Aber wer weiß, ob ich als Schriftdtellerin sooo gut wäre 😉

    • Lotte
      24. Mai 2010

      Oh yeaah, Du hast genau verstanden was ich meine 😀 Dankööö!

  7. Esra
    25. Mai 2010

    Ja, interessantes Thema. Ich überlege es mir zur Zeit ziemlich oft. Manchmal sehe ich mir sogar arabische Frauen mit Kopftüchern und bodenlangem Gewand (also jetzt nicht Burka, das ist mir auch zu krass), und frage mich: vielleicht sind die glücklicher als ich? Sie haben nicht meine Freiheit, aber sie haben das, nach was ich mich sehne – einen Mann, Kinder, Sicherheit etc.
    Was ist Glück?
    Muss man als Frau „gleichberechtigt“ sein? Was ist das überhaupt – Gleichberechtigung? Wenn du schwere Taschen schleppen musst, und kein Mann dir hilft – willst du dann Gleichberechtigung? Wenn dir keiner die Tür aufhält etc.? Also ich finde schon, dass man da differenzieren muss.

    Vielleicht ist deine Bekannte nur bequem. Dann fände ich es weniger schön. Aber vielleicht will sie einfach nur Frau sein, so wie es früher normal war?

    Und hast du schon mal überlegt, WARUM heute Scheidungen so häufig sind?
    Es ist doch genau wegen dieser Freiheit und Gleichberechtigung, die wir so loben!
    Alles hat seine Vor- und Nachteile.

    LG
    Esra

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